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November 24

Willst du recht haben oder glücklich sein?

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Der Mensch ist ein seltsames Wesen. Obwohl wir wissen, dass wir niemals die komplette Realität erfassen, glauben wir die Wahrheit zu wissen. Ob in der Politik, der Religion oder der Wissenschaft, vieles basiert auf Annahmen und Hypothesen. Wir verallgemeinern, verzerren, blenden aus und leugnen die Realität, selbst wenn uns noch so viele Gegenbeispiele und Argumente entgegengebracht werden.

Die Konsequenzen sind fatal. Wir sprechen nicht mehr miteinander, sondern übereinander. Wir schließen andere Meinungen aus dem Gespräch aus, weil sie nicht der eigenen entsprechen oder, laut Definition einiger, moralisch fragwürdig sind. Wir sind nicht mehr in der Lage eine abweichende Meinung als das zu sehen, was sie ist: eine Meinung. Nicht die Wahrheit. Wir können zunehmend schwerer andere Meinungen aushalten und ertragen. Wir pochen darauf, recht zu haben, weil wir glauben die ‚richtige‘ Meinung haben. Als ob es so etwas gibt. Wir haben verlernt, uns in die Perspektive des anderen hinein zu versetzen, oder wir haben einfach keine Lust darauf, weil wir uns mit diesem Menschen bloß nicht identifizieren wollen. Denn wer will sich schon in einen ‚Nazi‘ reinversetzen. Oder einen ‚linksgrün Versifften‘. Die Konsequenz ist: Wir reden nicht mehr miteinander. Wenn ich den anderen mit einem Begriff definiere, ihn in eine Schublade stecke, schließe ich ihn damit vom Diskurs aus. Ich tue ihm Gewalt an, ohne mir darüber bewusst zu sein. Ich mache das, was ich dem anderen vorwerfe. Ich bin ignorant und davon überzeugt recht zu haben, was mein Verhalten rechtfertigen soll.

Doch warum verhalten wir uns so und was können wir anders machen?

Je unsicherer die Zeiten und Umstände und je größer unsere Ängste, ob begründet oder nicht, desto stärker ist unsere Sehnsucht nach Stabilität und Verständnis unserer Welt. Allerdings nehmen wir Gedanken, Meinungen und Ansichten wörtlich. Wir erkennen nicht, dass sie nur eine Abbildung der Realität sind, niemals die Realität selbst. Wenn wir ‚über‘ etwas oder jemanden reden, dann sind wir nicht in der Erfahrung, sondern in einem gedanklichen Konstrukt. Unser Verstand bezieht symbolisch durch Sprache willkürlich Dinge aufeinander, die nichts miteinander zu tun haben müssen. Gut, schlecht, böse, richtig, falsch, besser, schlechter um nur einige zu nennen und versucht damit eine Ordnung zu erschaffen, die uns Stabilität und Sicherheit gibt. Wir fangen an das Leben als Problem zu betrachten, das gelöst werden muss. Eine abweichende Meinung bedroht somit unser Gefühl von Stabilität. Sobald wir allerdings erkennen, dass unterschiedliche Gedanken und Überzeugungen nur eine Beschreibung sind, können wir aufhören, dauernd recht haben zu wollen. Beide Ansichten stehen nebeneinander. Das erlaubt uns auf das Wesentliche zurückzukommen.

Somit stellt sich eine einfache Frage: Sind meine Gedanken und Überzeugungen von richtig und falsch langfristig hilfreich? Oder anders ausgedrückt, will ich recht haben oder glücklich sein?

Kleine Kinder wissen intuitiv, dass sie alleine weiter spielen müssen, wenn sie nicht aufhören auf ihr Recht zu beharren und das Spielzeug mit dem anderen teilen. Sie überlassen es lieber dem anderen oder lassen das Spielzeug links liegen, damit sie gemeinsam weiter spielen können. Sie kooperieren miteinander, weil es das ist, was und Menschen ausmacht.

Über den Autor

Lutz Schmidt

Autor, Coach & Trainer

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  1. Der einfache Satz "Recht haben oder glücklich sein" hat mir in den letzten Jahren schon oft geholfen meine Meinung oder Haltung, egal ob in der Beziehung, im Umgang mit meinen Kollegen oder ganz alltäglichen Situationen zu hinterfragen und dadurch einfach bewusster mit der Situation umzugehen. Egal wie die Entscheidung dann letztendlich ausfiel. Es tut mir gut, immer wieder bewusst einen Schritt raus aus der Situation zu machen und sie erst einmal von aussen zu betrachten.

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